Weniger frieren: Warum uns im Alter häufig kalt ist

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Früher hat uns die Kälte gar nichts ausgemacht. Im Gegenteil! Auch bei kühlen Temperaturen waren wir in leichter Kleidung unterwegs. Doch heute sieht das anders aus. Häufig greifen wir im Kleiderschrank zum dickeren Wollpulli und beobachten uns dabei, wie wir die Heizung aufdrehen. Eine leichte Gänsehaut ist zu unserem treuen Winter-Begleiter geworden. Aber wieso? Wir haben uns umgehört, warum wir im Alter häufig frieren und wie wir dem entgegenwirken können. Entdecken Sie mit uns praktische Übungen und einfache Tipps und Tricks für den Alltag!

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Inhaltsverzeichnis

Warum uns im Alter häufiger kalt ist

Mit fortschreitendem Alter braucht unser Körper länger, um die eigene Temperatur zu regulieren. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir uns im Durchschnitt weniger bewegen. Dadurch lässt auch unsere Durchblutung nach. Unsere Blutgefäße sind außerdem nicht mehr so flexibel. Wärme zu speichern, wird für den Körper schlichtweg schwieriger.

Frieren ist eine Schutzreaktion unseres Körpers

Zu frieren und zu frösteln ist ganz normal. Und erst einmal nichts Schlimmes. Frieren ist eine Schutzreaktion unseres Körpers. Dadurch wird verhindert, dass die Körpertemperatur unter 37°C fällt.

Wenn wir frieren, sendet unser Gehirn verschiedenste Signale an unseren Körper:

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    Die Durchblutung soll sich auf die wichtigsten Organe konzentrieren. Dazu zählen Herz, Niere und Leber. Deswegen frieren wir an Händen, Nase, Ohren und Füßen meist stärker.

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    Um schneller Blut durch den Körper zu pumpen, verengen sich unsere Blutgefäße. Deswegen sehen wir häufig blass aus, wenn uns kalt ist.

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    Das Gehirn sendet den Muskeln Befehle sich zu bewegen. Wir fangen an zu zittern. Auf diesem Weg erzeugt unser Körper selbstständig Wärme. Wie praktisch!

Tipps und Tricks gegen Kälte: So halten Sie sich im Winter warm!

Praktisch und funktional - der Zwiebellook

„Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur schlechte Kleidung“ – da ist etwas Wahres dran. Wenn wir den ganz dicken Pullover wählen, ist uns vielleicht im Laufe des Tages zu warm. Mit der dünnen Strickjacke frieren wir. Dagegen hilft der altbewährte Zwiebellook: Anstatt dicker Kleidung, tragen Sie lieber mehrere dünne Schichten übereinander.

Das hat zwei entscheidende Vorteile:

1) Zwischen den Schichten entsteht ein wärmendes Luftpolster, das die Kälte abhält.

2) Sollte Ihnen im Laufe des Tages zu warm werden, können Sie einfach eine der Schichten ausziehen. So bleiben Sie auch im Alltag flexibel!

Kalte Hände und Füße: So bleiben sie drinnen und draußen warm

Nutzen Sie das richtige Paar Hausschuhe!

Unsere Hände und Füße sind besonders anfällig für Kälte. Aber auch dafür gibt es hilfreiche Tricks. Sie sind im Haus auf Socken oder in offenen Hausschuhen unterwegs? Wer schnell kalte Füße bekommt, sollte besser auf geschlossene und gefütterte Hausschuhe zurückgreifen. Im Fachhandel vor Ort finden Sie geschulte Berater, die sogar orthopädische Besonderheiten berücksichtigen können.

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Kennen Sie schon Handwärmer?

Handwärmer sind ideale Begleiter im Winter. Zu Beginn müssen Sie die kleinen Wärmekissen in heißes Wasser legen, bis der Inhalt geschmolzen ist. Danach ist der Handwärmer einsatzbereit. Nun einfach das innere Metallplättchen durchbiegen, und schon spenden sie bis zu 30 Minuten angenehme Wärme. Praktisch für gemütliche Spaziergänge und winterliche Tage!

Alte Trends – neue Anwendung

Erinnern Sie sich noch an die guten, alten „Stressbälle“? Stressbälle sind handgroße Kugeln, die man kneten kann. Das Zusammendrücken und Kneten des Balls kann dabei helfen, Spannungen abzubauen. Aber: Sie tragen nicht nur zur Entspannung bei, sondern fördern auch die Durchblutung. Vielleicht haben Sie noch einen Ball in einer Schublade versteckt?

Massagebälle oder -roller

Eine gute Hilfestellung bieten auch kleine Massageroller oder kleine Massagebälle mit Noppen. Anders als vielleicht vermutet, sind die nicht nur für den Rücken gedacht. Sie können mit den Bällen auch über Füße, Arme und Beine rollen und somit die Durchblutung anregen.

Saunieren gegen Frieren!

Auch regelmäßige Saunagänge haben einen positiven Einfluss auf die Durchblutung. Unsere Gefäße geraten dadurch richtig in Schwung. Die Hitze in der Saune lässt unsere Blutgefäße erweitern, die anschließende Kälte lässt sie wieder zusammenziehen. So wird die Venenmuskulatur trainiert.

Wechselbäder für die Füße

Nach diesem Prinzip funktionieren übrigens auch Fußbäder. Ein Wechsel-Fußbad kann ganz einfach zu Hause durchgeführt werden:

Nehmen Sie sich zwei kleine Kunststoff-Schalen (oder Fuß-Badewannen) in der beide Füße Platz finden. Befüllen Sie die eine Schale mit ca. 36-38 °C warmen Wasser, die andere mit 18°C kaltem Wasser.

Tauchen Sie Ihre Füße nun für etwa 3-5 Minuten in das warme Wasser ein. Anschließend tauchen Sie Ihre Füße für ein paar Sekunden in den kalten Behälter. Wiederholen Sie die Übung am besten zwei Mal.

Info: Bei Krampfader-Leiden wird vom Saunieren und von Fußbädern abgeraten.

Praktische Übungen für den Alltag

Bleiben Sie in Bewegung – ob drinnen oder draußen.

Um nicht zu frösteln oder frieren, benötigen wir vor allem eine gute Durchblutung. Um diese in Schwung zu bringen, bedarf es keinen Kilometer-Marsch. Auch mit kleineren Übungen können wir unsere Durchblutung merklich verbessern:

Wussten Sie, dass es wärmende Gewürze und Lebensmittel gibt?

Und damit meinen wir natürlich nicht einfach eine warme Mahlzeit oder eine warme Milch mit Honig. Manche Lebensmittel und Gewürze, wie Ingwer oder Zimt, wirken im Körper nachweislich wärmend.

Trinken Sie gerne eine Tasse Tee? Probieren Sie doch mal einen frischen, selbstgemachten Ingwer-Tee. Einfach eine ca. 5 cm dicke Scheibe abschneiden, in größere Stücke zerteilen und inkl. Schale mit heißem Wasser aufgießen. Die Schärfe des Wurzelgemüses wirkt wärmend und auch keimabtötend. So schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe!

Was wir uns von der Tierwelt abschauen können

Winterspeck hilft wirklich! Und er ist nicht nur Igeln, Bären & Co. vorbehalten. Auch wir Menschen können der Kälte mit einem wärmendem Fettgewebe entgegenwirken. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil des wärmenden Fettgewebes auf natürliche
Weise reduziert. Um dem Abbau des Fettgewebes gegenzusteuern, ist eine ausgewogene Ernährung mit einer gesunden Fettzufuhr wichtig. Gesunde Fette finden wir zum Beispiel in Nüssen, pflanzlichen Ölen, Lachs oder Eiern.

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Essen Sie abwechslungsreich?

Auch ein Vitaminmangel, wie zum Beispiel Magnesiummangel, kann häufiges Frösteln auslösen. Mängel entstehen oft durch eine einseitige Ernährung. Mit zunehmendem Alter neigen wir dazu unsere Essgewohnheiten zu routinieren. Wenn wir beispielsweise nur noch für uns selbst kochen, halten wir den Aufwand gern in Grenzen. Manchmal bleibt die Küche auch kalt.

Dabei besteht die Gefahr, dass wir wichtige Nährstoffe und Vitamine nicht mehr regelmäßig zu uns nehmen. Abwechslungsreiche Mittagsgerichte können dabei unterstützen. Mahlzeiten-Dienste können Sie flexibel und nach Bedarf beliefern. Bestimmt gibt es auch einen Anbieter in Ihrer Nähe. Schauen Sie doch mal in unserer Anbieter-Suche vorbei.

Artikel vom 02.02.2024